Trainer im Fokus – Jessika Rix: Der Traum vom eigenen Fitnessstudio

Trainer im Fokus Jessika Rix | comuvo Blog

Jessika Rix ist gerade einmal 28, als sie sich 2015 den Traum vom eigenen Fitnessstudio erfüllt. Wir haben die energiegeladene Fitnesstrainerin und Jungunternehmerin zum Interview getroffen und mit ihr über die Herausforderungen, Hindernisse und ihre immer währende Motivation gesprochen. 

Liebe Jessika,
vielen Dank, dass du dir neben all deinen Verpflichtungen die Zeit für unsere Fragen genommen hast. Vor einem knappen Jahr hast du in Teutschenthal in der Nähe von Halle dein eigenes Fitnessstudio Jay Aktiv eröffnet. Wolltest du schon immer im Fitnessbereich arbeiten?

Sport und Tanz gehörten schon immer zu meinem Leben, ob zu Schulzeiten oder später als Mitglied im Fitnessstudio. Durch einen Zufall konnte ich 2011 eine Vertretungsstunde für eine befreundete Trainerin halten, an deren Bauch Beine Po Kurs ich regelmäßig teilnahm. So konnte ich zum ersten Mal »Trainerluft« schnuppern. Als diese Freundin dann auch noch als Highlight für ihre Physiotherapie Praxis 2012 eine Zumba® Trainerin suchte, stand für mich fest: Das ist mein Ding! Das mach‘ ich!

Nach meiner Zumba® Instructor Ausbildung und der darauffolgenden Drums Alive® Fortbildung, wollte ich mir zuerst einmal eine fundierte Grundausbildung im Fitness- und Gesundheitsbereich aneignen. Zu meiner Fitness Trainer B Lizenz und meiner Bauch-Rücken-Trainer Ausbildung bilde ich mich mittlerweile vor allem im Rehabilitationsbereich fort. Da ich aber von Haus aus sehr neugierig bin und immer wieder Neues ausprobiere, besitze ich auch weitere Lizenzen wie Bokwa®, Piloxing® und meinen Fachtrainer für Pilates.

»Neue Programme finde ich toll, wiege eine Ausbildung aber immer auch kritisch ab. Am Ende muss es sich lohnen, wenn man damit sein Geld verdient.« Jessika Rix

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Heute, 5 Jahre nach deiner ersten Fitnessstunde, bist du nicht nur eine etablierte, selbstständige Trainerin, sondern auch geschäftsführende Inhaberin deines eigenen Studios JAY Aktiv. Wie kam es zu dem Schritt vom Trainer zum Studiobesitzer?

Nachdem ich früher überwiegend in Studios und Physiotherapiepraxen unterrichtet habe und im Zuge dessen von Ort zu Ort und von Kursraum zu Kursraum getingelt bin, wurde mir das ständige Hin und Her zwischen den Kursen einfach zu viel. Außerdem wollte ich nicht mehr nur auf einen Kurs reduziert werden, für den ich in einem Studio tätig war, sondern mein ganzes Repertoire zeigen und anbieten. Deshalb beschloss ich, meine eigenen Kurse anzubieten. Nachdem ich mir einen festen Kundenkreis aufgebaut hatte, mietete ich mir Räume an und unterrichtete dort als selbstständige Trainerin meine eigenen Kurse.

Als die Kursanzahl immer weiter zunahm und die Nachfrage nach meinen Kursen stieg, suchte ich schließlich nach geeigneten Räumen um ein festes, eigenes Studio aufzubauen. Als mein eigener Chef kann ich meine Kreativität frei ausleben und Ideen direkt in die Tat umsetzen. In meinem eigenen Studio kann ich außerdem noch über den Kurs hinaus für meine Kunden und Teilnehmer da sein. Weit über das »Hallo« und »Tschüss« vor und nach einem Kurs hinaus. Ich kann sie über den Kurs hinweg begleiten.

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JAY aktiv – Wohlfühlstudio statt Großraumbude

JAY Aktiv ist kein Großraumstudio, sondern ein kleiner, familiärer Betrieb. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass sich meine Kunden und Teilnehmer wohlfühlen und kein Schaulaufen mit blöden Blicken untereinander herrscht. Neben den 15 Kursen in der Woche gibt es eine Trainingsfläche mit Geräten und mindestens 1-Mal im Monat eine besondere Veranstaltung wie ein Ernährungscoaching, verschiedene Workshops oder Fort- und Weiterbildungen.

Wie hat sich dein Arbeitsalltag als Studiobesitzerin im Vergleich zur Trainerin verändert?

Am Anfang meiner Trainerzeit 2012/2013 unterrichtete ich bis zu 25 Kurse in der Woche. Um ehrlich zu sein empfinde ich es rückblickend als einfach nur abartig, denn diese hohe Anzahl an Kursen geht körperlich natürlich nicht einfach an einem vorbei. Diese Zeiten sind heute zum Glück vorbei, in denen ich von früh bis spät Kurse gebe und mich selbst hinten an stelle. Deswegen hat mein Studio auch nur montags bis freitags geöffnet, jeweils vormittags von 10 bis 12 und nach der Mittagspause noch einmal von 16 bis 21 Uhr. Es ist mir wichtig, meine Arbeit gut zu machen und voll und ganz für meine Kunden da zu sein. Und dazu gehört auch, dass ich ordentlich esse, meine Zeit strukturiere und plane und mir auch genügend Auszeit nehme, um neue Energie zu tanken.

»Ich bin ein strukturierter Typ. Nicht umsonst habe ich BWL studiert.« Jessika Rix

Während der Öffnungszeiten des Studios gebe ich Kurse, stehe hinter dem Tresen oder vereinbare Reha-Termine. Mittwochs ist außerdem mein »freier Tag«, an dem ich keine Kurse gebe und mich um Büroarbeit und anfallenden Putzarbeiten kümmere. Man muss ganz klar sagen, dass das Studio für mich oberste Priorität hat.

»Manche entscheiden sich für ein Kind. Ich habe mich für mein eigenes Studio entschieden.« Jessika Rix

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Was waren deine größten Herausforderungen auf dem Weg zu deinem eigenen Fitnessstudio?

An vorderster Front sicherlich die Auseinandersetzungen mit den Banken und dem Finanzamt. Da ich das Studio aus dem Studium heraus gründete und meine Mitarbeiter nicht in das Schema F des Arbeitsamtes passten, bekam ich keine staatlichen Zuschüsse und musste komplett auf meine eigenen Ersparnisse zurückgreifen. Es ist schwierig, wenn man seinen Traum leben möchte. Denn wenn du dich einmal selbstständig gemacht hast, halten alle die Hand auf, ob Steuerberater, Finanzamt oder GEMA. Im Gegenzug bekam ich leider nur wenig Unterstützung. Wenn mich heute jemand fragen würde, ob er sich selbstständig machen sollte, würde ich wohl »Nein« sagen. Ich bekam einfach zu viele Steine in den Weg gelegt, über die ich gehen musste. Trotzdem habe ich niemals aufgegeben.

»Es wird nicht leichter, du wirst stärker!«

Wieso brennst du trotz all der Hindernisse so für deinen Beruf?

Ich schätze meinen Beruf, weil ich es jeden Tag mit ganz vielen, ganz tollen und unterschiedlichen Menschen zu tun habe. Vom Doktor über die Bürokauffrau, von der »Mutti« bis zum Teenager. Es bereitet mir unheimlichen Spaß, für meine Teilnehmer da zu sein und ihre Entwicklung mitzuverfolgen. Ich mag es, mein Wissen weiterzugeben, ob klein in meinen Kursen oder im größeren Rahmen wie damals als Bokwa Education Specialist.

Jessika Rix ist eine Frau voller Power, Energie und Tatendrang, die sich nicht so leicht von Herausforderungen und Hindernissen abschrecken lässt. Wir ziehen unseren Hut vor ihr und bedanken uns ganz herzlich für das ehrliche und offene Interview.

Wenn ihr selbst noch Fragen an Jessika Rix habt, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren stellen oder sie direkt kontaktieren.

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Eva

Veröffentlicht von Eva

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Eva ist Grafikdesignerin und Mitgründerin von comuvo. Ihre Fitnessbegeisterung und langjährige Erfahrung als Group-Fitness Instructor waren der Antrieb für die Entwicklung von comuvo. Ob Kursraum, oder Büro – sie ist bei allem was sie tut mit <3 und Seele dabei.

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